Betain (Trimethylglycin): was es kann und was 50 mg nicht leisten
Betain, auch Trimethylglycin (TMG) genannt, ist ein natürlicher Stoff aus Weizenkleie, Spinat und Roter Bete, der im Körper Methylgruppen abgibt und so am Homocystein-Stoffwechsel beteiligt ist. Hepaliv enthält 50 mg wasserfreies Betain pro Tagesdosis. Die einzige zugelassene EU-Angabe zu Betain setzt 1,5 g pro Tag voraus, also das Dreißigfache. Deshalb verwenden wir diese Angabe nicht und erklären Ihnen hier offen, warum.
Was ist Betain?
Betain ist ein kleines, wasserlösliches Molekül aus der Aminosäure Glycin mit drei angehängten Methylgruppen, daher der Name Trimethylglycin. Der Körper nimmt es über die Nahrung auf und bildet es zusätzlich selbst aus Cholin.
Entdeckt wurde Betain im 19. Jahrhundert im Saft der Zuckerrübe (Beta vulgaris), daher der Name. Im Körper hat es zwei Aufgaben: Es dient als Osmolyt, das heißt, es hilft Zellen in Niere und Leber, ihren Wasserhaushalt bei wechselnden Salzkonzentrationen stabil zu halten. Und es liefert Methylgruppen für den Stoffwechsel. In Hepaliv wird die wasserfreie Form („Betain anhydrous“) verwendet, die auf dem Etikett als „Wasserfreies Betain (Trimethylglycin): 50 mg“ ausgewiesen ist.
| Merkmal | Detail |
|---|---|
| Andere Namen | Trimethylglycin, TMG, Glycinbetain |
| Herkunft | Nahrung (Weizenkleie, Spinat, Rote Bete) und körpereigene Bildung aus Cholin |
| Menge in Hepaliv | 50 mg pro Tagesdosis (2 Kapseln) |
| Zugelassene EU-Angabe | Homocystein-Stoffwechsel, nur bei 1,5 g pro Tag |
| Nutzt Hepaliv diese Angabe? | Nein, die Menge reicht dafür nicht |
Betain als Methylgruppen-Spender
Betain gibt eine seiner Methylgruppen an Homocystein ab, wodurch daraus wieder die Aminosäure Methionin entsteht. Dieser Weg läuft vor allem in Leber und Niere über das Enzym Betain-Homocystein-Methyltransferase (BHMT).
Homocystein ist ein Zwischenprodukt des Methionin-Stoffwechsels. Der Körper hat zwei Wege, es zu recyceln: einen, der Folat und Vitamin B12 braucht, und einen zweiten, der Betain nutzt. Bleibt Homocystein dauerhaft erhöht, gilt das in der Medizin als Risikomarker, etwa für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ob ein erhöhter Wert vorliegt, kann nur eine Blutuntersuchung zeigen, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt veranlasst.
Weil die Leber das Hauptorgan dieses Stoffwechsels ist, taucht Betain in der Forschung zur Lebergesundheit regelmäßig auf. Wichtig ist dabei die Einordnung: Beteiligt sein an einem Stoffwechselweg ist etwas anderes als eine nachgewiesene Wirkung einer bestimmten Menge. Mehr zur Rolle der Leber im Stoffwechsel lesen Sie im Ratgeber Lebergesundheit.
Die EFSA-Angabe und die 1,5-g-Schwelle
Die Verordnung (EU) Nr. 432/2012 erlaubt die Angabe „Betain trägt zu einem normalen Homocystein-Stoffwechsel bei“ nur für Produkte, die täglich 1,5 g Betain liefern. Hepaliv enthält 50 mg, also ein Dreißigstel davon, und verwendet diese Angabe deshalb nicht.
Die EFSA hat 2011 die Studienlage zu Betain bewertet und einen Zusammenhang mit dem Homocystein-Stoffwechsel bei einer Zufuhr von mindestens 1,5 g pro Tag anerkannt. Die Verordnung schreibt zusätzlich einen Hinweis vor, dass eine tägliche Aufnahme von mehr als 4 g den Cholesterinspiegel im Blut deutlich erhöhen kann.
Was Studien zeigen
Untersucht wurden fast ausschließlich Gramm-Mengen: Eine Metaanalyse fand, dass etwa 4 g Betain pro Tag über mehrere Wochen den Homocysteinspiegel im Plasma gesunder Erwachsener messbar verringerten. Zu Mengen um 50 mg gibt es keine aussagekräftigen Humanstudien.
Auch zur Leber selbst ist die Lage gemischt. In Tiermodellen zur Fettleber wird Betain intensiv erforscht. Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie bei Menschen mit nichtalkoholischer Steatohepatitis setzte 20 g pro Tag ein und fand bei den histologischen Hauptzielen keinen klaren Vorteil gegenüber Placebo. Für ein Nahrungsergänzungsmittel bedeutet das: Betain ist ein sinnvoll erforschter Stoff, aber aus diesen Daten lässt sich für 50 mg keine Leberwirkung ableiten.
Betain in Lebensmitteln
Die reichsten Quellen sind Weizenkleie und Weizenkeime, gefolgt von Spinat, Quinoa und Roter Bete. Über die normale Ernährung nehmen Erwachsene grob einige hundert Milligramm pro Tag auf, mit großen Unterschieden je nach Speiseplan.
Weizenkleie enthält mehr als 1 g Betain pro 100 g, Spinat mehrere hundert Milligramm. Schon eine Portion Vollkornbrot oder ein Teller Spinat liefert also mehr Betain als eine Tagesdosis Hepaliv. Das ist kein Nachteil, sondern ehrliche Einordnung: Betain ist in der Formel ein ergänzender Baustein, die Hauptrolle spielen Mariendistel und Desmodium. Welche Lebensmittel generell gut in eine leberfreundliche Ernährung passen, zeigt der Beitrag Lebensmittel für die Leber.
Betain in der Hepaliv-Formel
In Hepaliv ist Betain einer von neun Inhaltsstoffen und ergänzt die Pflanzenextrakte um einen Stoff, der direkt aus dem Leberstoffwechsel bekannt ist. Eine eigenständige Wirkung bei 50 mg beanspruchen wir nicht.
Daneben stehen Mariendistel (80 mg Silymarin), Desmodium, Rosmarin, Grüntee, Gymnema, Kolanuss, Safran und N-Acetylcystein, ein weiterer schwefelhaltiger Stoffwechselbaustein. Alle Mengen pro Tagesdosis finden Sie auf der Übersicht Hepaliv Inhaltsstoffe mit dem offiziellen Etikett.
Sicherheit
Betain gilt in Lebensmittelmengen als sehr gut verträglich; 50 mg liegen weit unter den Mengen, bei denen in Studien Nebenwirkungen beobachtet wurden.
Bei mehreren Gramm täglich wurden Magen-Darm-Beschwerden und ein Anstieg des LDL-Cholesterins beschrieben. Als Arzneimittel wird Betain in hohen Dosen bei der seltenen Erbkrankheit Homocystinurie eingesetzt, ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle. Für Hepaliv gelten die Warnhinweise des Etiketts, die Sie auf der Seite Nebenwirkungen und Sicherheit vollständig nachlesen können. Bei Beschwerden oder auffälligen Blutwerten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Häufige Fragen
Senkt Hepaliv den Homocysteinspiegel?
Das versprechen wir nicht. Die zugelassene EU-Angabe zum Homocystein-Stoffwechsel gilt erst ab 1,5 g Betain pro Tag. Hepaliv enthält 50 mg und erreicht diese Menge nicht. Wer erhöhte Werte hat, sollte das ärztlich abklären lassen.
Ist Betain dasselbe wie Betain-HCl?
Nicht ganz. Betain-Hydrochlorid ist eine Salzform, die vor allem als Säurelieferant für den Magen vermarktet wird. Hepaliv enthält wasserfreies Betain (Trimethylglycin) ohne Salzsäure-Anteil.
Kann ich zusätzlich Betain-Pulver nehmen?
Hohe Betain-Mengen über 4 g pro Tag können den Cholesterinspiegel erhöhen. Wenn Sie hochdosierte Präparate in Betracht ziehen, besprechen Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Übernimmt die Krankenkasse einen Homocystein-Test?
Bei der gesetzlichen Krankenkasse wird der Homocysteinwert in der Regel nur bei medizinischem Anlass bezahlt. Als Selbstzahlerleistung ist er in vielen Praxen möglich. Fragen Sie in Ihrer Hausarztpraxis nach.
Bekomme ich Betain auch bei dm oder Rossmann?
Reine Betain-Präparate gibt es im Handel, meist hochdosiert. Hepaliv selbst ist nicht in Drogerien gelistet, sondern nur über die offizielle Bestellseite von Nutrisolution erhältlich.

Hepaliv: 9 Inhaltsstoffe, 2 Kapseln am Tag
- Mariendistel-Extrakt mit 80 mg Silymarin, Desmodium, Rosmarin, Grüntee, Gymnema
- Ergänzt durch Betain, N-Acetylcystein, Kolanuss und Safran
- 60 Kapseln pro Dose, pflanzliche Kapselhülle
- 180 Tage Geld-zurück-Garantie, nur über die offizielle Bestellseite
Quellen
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission über zugelassene gesundheitsbezogene Angaben (Betain: normaler Homocystein-Stoffwechsel, Bedingung 1,5 g/Tag): EUR-Lex 02012R0432
- EFSA NDA Panel (2011): Scientific Opinion on the substantiation of a health claim related to betaine and contribution to normal homocysteine metabolism. EFSA Journal.
- McRae MP (2013): Betaine supplementation decreases plasma homocysteine in healthy adult participants: a meta-analysis. J Chiropr Med. PMC3610948
- Abdelmalek MF et al. (2009): Betaine for nonalcoholic fatty liver disease: results of a randomized placebo-controlled trial. Hepatology 50(6).
- Craig SAS (2004): Betaine in human nutrition. Am J Clin Nutr 80(3).
- Zeisel SH et al. (2003): Concentrations of choline-containing compounds and betaine in common foods. J Nutr 133(5).
- EFSA NDA Panel: Safety of betaine as a novel food. PMC7009864